Falsch positiv und falsch negativ beim Schwangerschaftstest: Ursachen

Ein Schwangerschaftstest ist sehr zuverlässig, aber nicht unfehlbar. Und wenn du mit klopfendem Herzen auf das Ergebnis wartest, kann ein Strich, der erscheint oder nicht erscheint, für den größten Schrecken (oder die größte Hoffnung) des Tages sorgen. Deshalb möchte ich dir verständlich erklären, was ein falsch positives und ein falsch negatives Ergebnis sind, welche Ursachen am häufigsten dahinterstecken und vor allem, wie du die berühmte Verdunstungslinie von einem echten Positiv unterscheidest. Ich erzähle dir alles, wie immer, in aller Ruhe.

Wenn du dich noch gar nicht getestet hast und erst anfängst zu recherchieren, empfehle ich dir meinen Artikel darüber, wie Schwangerschaftstests funktionieren. Und wenn du den Test schon vor dir hast und unsicher bist, bleib dran — das hier hilft dir weiter.

Was ist ein falsch positives und ein falsch negatives Ergebnis?

Illustration zweier Schwangerschaftstests, einer positiv und einer negativ

Lass uns zunächst die Begriffe klären:

Um es klar zu sagen: Die heutigen Tests sind zu mehr als 99 % zuverlässig, wenn sie richtig angewendet werden und nach dem erwarteten Periodendatum. Fehler lassen sich fast immer auf falsche Anwendung, den falschen Zeitpunkt oder auf jenen heimtückischen Übeltäter zurückführen, über den wir gleich sprechen: die Verdunstungslinie.

In der Zwischenzeit kannst du unseren kostenlosen Online-Schwangerschaftstest machen, um dich anhand deiner Symptome zu orientieren. Und wenn du dich ein wenig unterhalten möchtest, probier unser unterhaltsames Fingerabdruck-Schwangerschaftstest-Spiel aus — es ist nur ein Spiel, kein echter Test.

Die häufigste Ursache für falsch positiv: die Verdunstungslinie

Wenn du dich dazu informiert hast, hast du sicher schon von der Verdunstungslinie gehört. Sie ist mit Abstand die häufigste Ursache für ein falsch positives Ergebnis bei Teststreifen- und Kassettentests.

Was ist das genau? Wenn der Test trocknet, kann die verdunstende Flüssigkeit einen Rückstand im Ergebnisfenster hinterlassen. Dieser Rückstand zeichnet manchmal einen farblosen Strich (gräulich oder durchscheinend), der leicht mit einem zweiten Strich verwechselt wird. Der Schlüssel: Er ist nicht rosa oder blau, hat also kein Pigment, und er erscheint meist nach der empfohlenen Ablesezeit (dem typischen „innerhalb von 3–5 Minuten ablesen“).

So unterscheidest du ihn von einem echten Positiv:

Mein ständiger Rat: Heb den Test nicht auf, um ihn Stunden später erneut zu lesen. Das zuverlässige Ergebnis ist das, das innerhalb der im Beipackzettel angegebenen Zeit abgelesen wird. Danach ist jeder zusätzliche Strich irrelevant.

Weitere Ursachen für ein falsch positives Ergebnis

Neben der Verdunstungslinie gibt es einige seltene, aber reale Situationen, die ohne Schwangerschaft positiv anzeigen können:

Wenn du jedenfalls erst ein Positiv und dann ein Negativ hast, oder ein Negativ mit Symptomen, ist es das Vernünftigste, den Test zu wiederholen und deinen Arzt zu fragen. Mehr darüber, wie sich das Hormon verhält, erkläre ich dir in meinen Artikeln über den Clearblue Digitaltest und den One-Step-Test.

Und warum kommt ein falsch negatives Ergebnis vor?

Das falsch negative Ergebnis ist häufiger und hängt fast immer mit dem Zeitpunkt oder der Durchführung zusammen:

Wenn der Test negativ war, du aber Symptome oder ein deutliches Ausbleiben hast, ist mein Rat: 2–3 Tage warten und wiederholen. Das hCG verdoppelt sich alle 48 Stunden, also wird die Antwort in ein paar Tagen deutlich klarer. Mit dem Rechner wie viele Wochen schwanger bin ich bekommst du einen Eindruck, wo du stehst.

Wie bestätigst du dein Ergebnis ohne Zweifel?

Wenn du nach dem Wiederholen des Tests immer noch unsicher bist, sind dies die zuverlässigsten Wege:

  1. Den Test wiederholen, die Anleitung genau befolgen und den ersten Morgenurin verwenden.
  2. Einen Bluttest machen lassen: Der Beta-hCG-Bluttest ist eindeutig und liefert einen Zahlenwert.
  3. Einen Termin bei deinem Frauenarzt vereinbaren, der bei Bedarf auch einen Ultraschall machen kann.

Greif bloß nicht auf Hausmittel ohne jede Belegbarkeit zurück, so verlockend sie auch erscheinen mögen — das sage ich immer, und wenn du die ausführliche Erklärung möchtest, findest du sie in meinem Artikel über den Schwangerschaftstest mit Bleichmittel.

Häufige Fragen

Wann erscheint die Verdunstungslinie?

Sie erscheint meist nach den 5–10 Minuten, wenn der Test trocknet. Deshalb solltest du innerhalb des im Beipackzettel angegebenen Zeitraums ablesen (in der Regel 3–5 Minuten). Danach ignorierst du jeden neuen Strich.

Kann der Test positiv anzeigen, obwohl ich nicht schwanger bin?

Ja, das ist selten, aber möglich — vor allem durch eine Verdunstungslinie, eine biochemische Schwangerschaft oder, in seltenen Fällen, durch Medikamente mit hCG oder bestimmte Erkrankungen. Ein Positiv solltest du immer wiederholen und vom Arzt bestätigen lassen.

Warum ist der Test negativ, obwohl ich schwanger bin?

Am häufigsten, weil du zu früh oder mit stark verdünntem Urin getestet hast. Warte 2–3 Tage (das hCG verdoppelt sich alle 48 Stunden) und wiederhole mit dem ersten Morgenurin.

Hat die Verdunstungslinie eine Farbe?

Nein. Sie ist gräulich, durchscheinend oder weißlich, ohne rosa oder blaues Pigment. Ein echtes Positiv hat Farbe. Bei Zweifel den Test wiederholen.

Kann ein abgelaufener Test ein falsches Ergebnis liefern?

Das kann sein. Ein abgelaufener oder schlecht gelagerter Test funktioniert unter Umständen nicht richtig, meist als falsch negatives Ergebnis. Prüfe immer das Verfallsdatum, bevor du ihn verwendest.

Zählt eine biochemische Schwangerschaft als falsch positiv?

Aus praktischer Sicht ja: Der Test erkennt das hCG, aber die Schwangerschaft entwickelt sich nicht weiter und die Periode setzt ein. Das kommt häufiger vor, als man denkt, und bedeutet nicht, dass du Probleme hättest, schwanger zu werden. Sprich mit deinem Arzt, wenn es dir passiert.

Denk daran: Dieser Artikel dient nur der Information. Bei einem unklaren Ergebnis, besorgniserregenden Symptomen oder zur Bestätigung eines Positivs ist die beste Entscheidung immer, deinen Arzt oder Frauenarzt aufzusuchen, der dir die passenden Untersuchungen nennt und dich in diesem besonderen Moment begleitet ❤️.